Willkommen auf der Internetseite der Initiative Moorburgtrasse-stoppen.
Die Verhinderung der von Vattenfall geplanten Fernwärmeleitung vom KoKW Moorburg bis nach HH Altona (die sog. Moorburgtrasse) ist das ursprüngliche Anliegen unserer Initiative gewesen. Diese konnte von einem entschlossenen Bündnis verhindert werden. Ein gleichberechtigtes Anliegen unserer Initiative ist es nun, die Fertigstellung und die Inbetriebnahme des im Bau befindlichen Kohlekraftwerks in Moorburg zu verhindern.
Wir engagieren uns außerdem für eine sozial gerechte, dezentrale und regenerative Energieerzeugung in Hamburg (und weltweit). Wir freuen uns über MitstreiterInnen, Deinen Kommentar auf unserer Seite und auch über Spenden, um unsere bisherige erfolgreiche Kommunikations- und Aktionsarbeit fortsetzen zu können.
Initiative Moorburgtrasse-stoppen

F.A.Q. 2 -Trasse stoppen = Kraftwerk stoppen?

Welche Auswirkungen hätte es denn für das Kohlekraftwerk, wenn die Moorburgtrasse verhindert würde?

Vattenfall selbst hat das Kohlekraftwerk Moorburg immer im Zusammenhang mit der Wärmeproduktion geplant, kalkuliert und auch schließlich von der Behörde eben auch als sog. Kraftwärmekopplungsanlage genehmigt bekommen.

Die planerischen „Essentials“ für Moorburg waren und sind: Grundlaststromproduktion und Fernwärmemonopol jeweils „für“ Hamburg, als klassisches „Stadtkraftwerk“. Dieses soll neben direkten Verkaufserlösen auch den Status des sog. Grundversorgers langfristig für Vattenfall absichern.

Die Kalkulation für Moorburg–also das Verhältnis Investition/ Gewinnerwartung – beruht zentral auf der Konzeption neben dem Erlös aus dem Stromverkauf über 50 Jahre hinweg satte Einnahmen aus dem Fernwärmeverkauf einzufahren.
Die von Vattenfall vorgelegte Bilanz 2009 belegt immerhin 26% Umsatzrendite für die Hamburger und Berliner Fernwärme – also auf 1 € Rechnung 26 ct. Gewinn.

Dazu kommen erhebliche Summen aus nicht nachvollziehbaren „Vereinbarungen“ über Nachlässe beim CO2-Zertifikate – Handel, welche in Brüssel abgerechnet werden, die aber nur dann greifen, wenn Wärme real entkoppelt wird. Auch hier geht es um 100erte von Millionen Euro für Vattenfall.
Von der seinerzeit GAL -geführten Behörde hat Vattenfall ein Kohlekraftwerk mit Wärmeauskopplung genehmigt bekommen – und nicht etwa ein Kohlekraftwerk für eine reine Stromproduktion

Vattenfalls Anwälte „argumentierten“ deswegen auch beim Prozess vor dem Oberlandesgericht in Sachen Moorburgtrasse wie folgt – wohlgemerkt als „Begründung“, warum aus ihrer Sicht die Moorburgtrasse unbedingt genehmigt werden müsse. Hier ein Auszug aus der Klageerwiderung Vattenfalls:

Nach dem BimSch-G-Genehmigung ist das Kraftwerk Moorburg als Kraft-Wärme-Kopplungsanlage genehmigt, sie setzt also die Auskopplung der Wärme und Einspeisung in das Fernwärmenetz voraus. Unter Ziffer 4.1.7 „Effiziente Energienutzung“ heißt es wörtlich:
„Das in Kapitel 12 des Genehmigungsantrags vorgestellte Konzept zur Energieversorgung ist umzusetzen. Die eingesetzte Brennstoffmenge, der erzeugte Strom, die abzugebende Fernwärme und die erreichten Wirkungsgrade sind über das jeweilige Betriebsjahr zu bilanzieren. Insbesondere bei Ausbau des fernwärmenetzes oder Stilllegung von Fernwärmeerzeugungsanlagen ist zu untersuchen, inwieweit die Wärmeauskopplung erhöht werden kann.“
Ohne die Fernwärmetransportleitung könnte diese Wärme nicht genutzt werden, was nicht der immissionsrechtlichen Genehmigung entsprechen würde.

Also wäre die Genehmigung für Moorburg selber juristisch strittig bzw. „Grundlagen nicht erbracht“, wenn die Fernwärme von der Agenda gestrichen würde...sagen Vattenfalls Anwälte.

Allerdings sind die Erfahrungen so, dass die Genehmigungen dann eher wunschgemäß von der Behörde umgeschrieben werden.