Willkommen auf der Internetseite der Initiative Moorburgtrasse-stoppen.
Die Verhinderung der von Vattenfall geplanten Fernwärmeleitung vom KoKW Moorburg bis nach HH Altona (die sog. Moorburgtrasse) ist das ursprüngliche Anliegen unserer Initiative gewesen. Diese konnte von einem entschlossenen Bündnis verhindert werden. Ein gleichberechtigtes Anliegen unserer Initiative ist es nun, die Fertigstellung und die Inbetriebnahme des im Bau befindlichen Kohlekraftwerks in Moorburg zu verhindern.
Wir engagieren uns außerdem für eine sozial gerechte, dezentrale und regenerative Energieerzeugung in Hamburg (und weltweit). Wir freuen uns über MitstreiterInnen, Deinen Kommentar auf unserer Seite und auch über Spenden, um unsere bisherige erfolgreiche Kommunikations- und Aktionsarbeit fortsetzen zu können.
Initiative Moorburgtrasse-stoppen

Sonntag, 29. Juli 2012

Braunkohle-Gegner kündigen heißen Protest-Sommer an / Braunkohlewiderstand wird stärker / Klimacamps in allen wichtigen Braunkohlerevieren / breite Vernetzung und Aktionen geplant

Zwischen dem 3. und 26. August finden zum ersten Mal in allen drei Braunkohlerevieren Deutschlands Klimacamps statt.
Während die Camps in ihren Inhalten und Aktionen regionale Akzente setzen, eint sie die klare Ablehnung der klima- und umweltzerstörerischen Braunkohleverstromung. Deutschland ist weltweit der fünftgrößte Kohlekonsument und steht an achter Stelle der Kohleproduktion, vor allem wegen der massiven Nutzung von Braunkohle.

So sind trotz des rasanten Ausbaus der Erneuerbaren Energien und der massiven Klima- und Gesundheitsschädlichkeit der Braunkohle die Pläne für neue Kraftwerke und Tagebaue bei RWE, Vattenfall und MIBRAG nicht vom Tisch.
Im Gegenteil: RWE, größter CO2-Emittent Europas, hat die Planungen für ein Kraftwerksprojekt in Niederaußem bei Köln aufgenommen, in der Lausitz forciert Vattenfall Planverfahren für neue Tagebaue und die MIBRAG sucht im Mitteldeutschen Braunkohlerevier bei Leipzig nach Investoren für einen Kraftwerksneubau.

In den drei wichtigen Braunkohlerevieren der Bundesrepublik kristallisiert sich nun der Widerstand gegen diese rückwärtsgewandte und menschenfeindliche Energiepolitik in Klima- und Energiecamps.

„Wir wollen uns mit dem Klima- und Energiecamp in der Lausitz tatkräftig für eine Zukunft ohne Kohle und Atom einsetzen“, sagt Christina Eichberger, Pressesprecherin des Lausitzcamps. „Dezentrale erneuerbare Energiequellen sind die Grundlage für eine Energieversorgung, die sich an den Lebensinteressen von Menschen orientiert. Großkonzerne wie RWE und Vattenfall folgen jedoch zentralistischen Kapitalinteressen und damit der Weiterführung ihrer Braunkohlestrategie. Der dringend notwendige sozialverträgliche Umbau des Energiesystems in der kohleabhängigen Lausitz bleibt dabei auf der Strecke. Dagegen wehren wir uns.“

„In den USA rufen Persönlichkeiten wie der Klimawissenschaftler James Hansen oder die Autorin Naomi Klein zu Blockaden und Aktionen des Zivilen Ungehorsams gegen fossile Infrastruktur auf“, meint Patrick Stötzel von ausgeCO2hlt, der Kampagne, die das Klimacamp im Rheinland organisiert. „Für uns ist das ein weiteres, deutliches Signal, den sofortigen Braunkohleausstieg selbst in die Hand zu nehmen. Denn wenn wir jetzt nicht handeln, dann wird im Rheinland noch mindestens bis 2045 Braunkohle abgebaut und verfeuert.

Um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten, ist es dann zu spät. Gerade für die Menschen im Globalen Süden bedeutet dies Hunger, Flucht und Krieg. Aktive Solidarität mit allen Menschen auf dieser Welt und mit zukünftigen Generationen heißt, dass wir uns jetzt zur Wehr setzen. Die Camps finden deshalb genau dort statt, wo die Zerstörung, die durch Tagebaue und Kohlekraftwerke entsteht, ihren Anfang nimmt.“

„Das Anti-Braunkohlecamp in Hohenmölsen bei Leipzig dient vor allem der Vernetzung des Protestes gegen die Kraftwerks- und Tagebaupläne der MIBRAG und dem Austausch über Alternativen, besonders mit den Menschen vor Ort“, erklärt Annika Rothe, vom Bündnis Zukunft statt Braunkohle – Region Lützen. „Sachsen-Anhalt ist beim Ausbau der Erneuerbaren Energien an der Spitze der Bundesländer, das zeigt, dass es realistische und machbare Lösungen gibt. Gleichzeitig auf den Ausbau von Braunkohlestrukturen zu setzen, führt zwangsläufig irgendwann zum Systemkonflikt.“

Bereits 2011 fanden im Rheinischen Braunkohlerevier bei Köln und in der Lausitz Klimacamps mit mehreren hundert Teilnehmer_innen statt. Klima- und Energiecamps bieten Raum für Workshops, Austausch und Diskussion über Alternativen zu Kohle und Atom und fördern basisdemokratische Organisierung. Auch Aktionen und Demos gehören mit zum Programm. Im Rheinland wurden 2011 die Gleise der Kohlebahn besetzt, in Brandenburg mündeten die Proteste in der Besetzung der Parteizentralen von SPD und Linke.

In Großbritannien, dem Ursprungsland der Klimacamps, hat diese Protestform maßgeblich dazu beigetragen, dass es keine weiteren Planungen für neue Kraftwerke oder Tagebaue mehr gibt.

Dienstag, 17. Juli 2012

Weltweite Analyse zeigt: CCS bei Kohlekraftwerken hat keine Zukunft

Hamburg/Beeskow, 12.07.2012. 
Der Hamburger Energieexperte Jeffrey H. Michel hat über Monate weltweite Veröffentlichungen zur CO2-Abscheidung an Kohlekraftwerken analysiert und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis: CCS wird entweder nicht zur Anwendung kommen oder den Klimawandel sogar verschärfen.
Michel konstatiert eine globale Tendenz dahin, dass die CCS-Projekte statt dem Klimaschutz vor allem einer gesteigerten Öl- und Gasförderung dienen sollen. „Die zusätzlich gewonnenen Brennstoffe emittieren jedoch bei der anschließenden Verbrennung mehr CO2, als durch gespeichertes Kohlendioxid vermieden wird. Diese CCS-Anwendung läuft deshalb dem globalen Klimaschutz zuwider.“ heißt es in der Studie „CO2-reduzierte Stromerzeugung in Kohlekraftwerken“, die heute in deutscher Übersetzung im Internet veröffentlicht wird.
Der Energieexperte stellt darin eine Reihe von Problemen der CCS-Technologie dar, die bisher nahezu kein öffentliches Interesse gefunden haben, darunter der stark erhöhte Verbrauch von Wasser im Kraftwerksprozess. „Begrenzte Wasserressourcen stehen häufig der zusätzlichen Kühlleistung entgegen, die zur CO2-Abscheidung und - Verdichtung vor der Einleitung in unterirdische Lagerstätten aufgebracht werden muss.“ heißt es in dem Papier.
Entgegen der gängigen Vorstellung noch lange verfügbarer Kohlevorräte kommt Michel auch zu dem Schluss, dass weltweit schwindende Kohlereserven die Anwendung von CCS prinzipiell einschränken: „CCS würde deren Verbrauch zusätzlich intensivieren und damit möglicherweise neu errichteten Kraftwerken eine ausreichende Brennstoffversorgung bereits vor Ende ihrer normalen Lebensdauer in Frage stellen.“ schreibt der Hamburger Experte.
Die deutschsprachige Fassung der Studie ist auf der Internetseite heuersdorf.de als pdf-Datei verlinkt:
www.heuersdorf.de/CCS-Studie1.html
Eine englischsprachige Fassung ist verlinkt unter:
www.heuersdorf.de/CCS-Study1.html

 
2. Bürgerinitiative „CO2-Endlager stoppen“ zur Michel-StudieDie Bürgerinitiative „CO2-Endlager stoppen“ äußert sich heute folgendermaßen zur Studie von Jeffrey Michel:
Wir haben die Untersuchung Ministerpräsident Matthias Platzeck und Wirtschaftsminister Ralf Christoffers zukommen lassen, sagt Mike Kess, Sprecher der Bürgerinitiative „CO2-Endlager stoppen“. Die Landesregierung setzt nämlich immer noch auf das „tote Pferd CCS“. So erklärte der Ministerpräsident erst am letzten Wochenende in einem Interview mit der Märkischen Oderzeitung, das CCS-Gesetz mache den Weg frei „um beispielsweise in einem Kraftwerk in der Lausitz Kohlendioxid abzuscheiden und durch eine Pipeline zur Nordsee zu transportieren“. Wenn Matthias Platzeck an Akzeptanz für einen Pipelinebau quer durch das Land glaubt, der den Steuerzahler Milliarden kostet, hat er endgültig den Draht zu den Menschen im Land verloren, stellt Kess fest. Zudem würde ein CCS-Kraftwerk in Jänschwalde die Vertreibung tausender Menschen aus ihrer Heimat für neue Tagebaue bedeuten. Die Untersuchung von Jeffrey Michel belegt klar, dass CCS keine Zukunft hat. Das müssen die alten Herren in Potsdam endlich zur Kenntnis nehmen und eine zukunftsgewandte Energiepolitik für Brandenburg anpacken.


Der Bericht stammt aus dem Rundbrief der
GRÜNE LIGA Umweltgruppe Cottbusc/o Straße der Jugend 94; 03046 Cottbus, 0355-4837815, 0151-14420487Jeder Euro hilft: www.lausitzer-braunkohle.de/helfen.php