Willkommen auf der Internetseite der Initiative Moorburgtrasse-stoppen.
Die Verhinderung der von Vattenfall geplanten Fernwärmeleitung vom KoKW Moorburg bis nach HH Altona (die sog. Moorburgtrasse) ist das ursprüngliche Anliegen unserer Initiative gewesen. Diese konnte von einem entschlossenen Bündnis verhindert werden. Ein gleichberechtigtes Anliegen unserer Initiative ist es nun, die Fertigstellung und die Inbetriebnahme des im Bau befindlichen Kohlekraftwerks in Moorburg zu verhindern.
Wir engagieren uns außerdem für eine sozial gerechte, dezentrale und regenerative Energieerzeugung in Hamburg (und weltweit). Wir freuen uns über MitstreiterInnen, Deinen Kommentar auf unserer Seite und auch über Spenden, um unsere bisherige erfolgreiche Kommunikations- und Aktionsarbeit fortsetzen zu können.
Initiative Moorburgtrasse-stoppen

Dienstag, 26. April 2011

BI auf der Demo zum Gedenken an 25 Jahre Tschernobyl

Am gestrigen Ostermontag hat Astrid für die BI Moorburgtrasse-stoppen bei der Auftaktveranstaltung in St. Michel für den Demomarsch zum Vattefall-AKW Brunsbüttel gesprochen. Nachstehend findest Du ihre Rede zum Nachlesen.

Rede St. Michel 25.4.2011


Moin zusammen,

Schön, mal wieder in St. Michael zu sein, diesmal allerdings
aus sehr traurigem Anlass. Auch ich präsentiere Euch einen Pinocchio. Man kann diesen Damen und Herren aus den Energiekonzernen gar nicht genug Pinocchios vermachen, widmen, oder sonst wie verpassen.
So ein Modell wie dieses hier, hergestellt aus einem Kohl-Kopf (diesmal ich muss gesehen nicht aus Dithmarschen) nach dem Motto `Wir lassen uns nicht verstrahlen und nicht verkohlen` also so ein Modell haben wir dem damaligen Chef von Vattenfall in Hamburg auf der Eröffnungsveranstaltung der „Vattenfall Lesetage“ überreicht. Das war Mitte April 2010, also vor gut einem Jahr. (Das Video dazu ist im Internet zu finden) Wir, das ist die Initiative Moorburgtrasse stoppen. 
Wir wohnen überwiegend im Raum Altona. Und wir beschäftigen uns mit der
Seite von Vattenfall, über die zur Zeit etwas wenig gesprochen wird.
Der Lobbyist für Laufzeitverlängerungen und Betreiber von Pannenreaktoren Krümmel und Brunsbüttel ist nämlich gleichzeitig Deutschlands klimaschädlichster Stromlieferant.
Und in dieser Initiative Moorburgtrasse stoppen, die in meiner
Straße entstanden ist, da mach ich mit.
Ich hab eigentlich gar keine Zeit. Aber:
9 Mio. t CO2, dass 9 Mio. t CO2 jährlich in die Luft gepustet werden von einem Kraftwerk, das in meiner Stadt steht, bzw. entsteht, das wollte und will ich nicht verantworten.
9 Mio. t CO2, das ist die Hälfte von dem, was Hamburg sowieso schon jährlich in die Atmosphäre entlässt. Diese zusätzliche Menge an Klimagift soll aus dem Kohlekraftwerk herauskommen, das der Konzern Vattenfall im Hamburger Stadtteil Moorburg baut. -
Nicht erst seit dem vergangenen Sommer kennen wir das Wort
Klimaflüchtlinge. Nach Angaben der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam International waren es im verg. Frühjahr weltweit bereits 26 Mio. Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, und jährlich kämen eine Mio. hinzu, hieß es damals. Doch spätestens
seit dem verg. Sommer müsste allgemein klar sein, nahezu im
Jahresrhythmus verwüsten Klimakatastrophen weite Gebiete. In
Pakistan war es 1/5 der Landesfläche. 
 
Atomkatastrophen machen riesige Areale auf Jahrzehnte unbe-
wohnbar, wenn nicht länger.
Klimakatastrophen haben eher kürzere Langzeitwirkungen, dafür sind sie - nach heutiger Erfahrung – aber häufiger. Brückentechnologie ist weder die eine, noch die andere Art
der Energieerzeugung, weder die mit Atom- noch die mit Kohlekraft. Und deswegen vermachen wir denen, die uns noch etwas anderes weismachen wollen, einen Pinocchio. Mal aus Pappe, mal aus Kohl, mal aus sonst was.
Unsern Pinocchio hat Vattenfall im vergangenen Jahr bekommen,
weil der Konzern z.B. mit seinen Lesetagen versucht, von seinem dreckigen Kerngeschäft abzulenken. Als Freund der Kinder kommt Vattenfall daher, denn seine Lesetage, immer im April, richten sich zur Hälfte an Kinder und Jugendliche. 
 
Und das Kerngeschäft? Wenn das Kohlekraftwerk Moorburg ans
Netz geht, dann schädigt es nicht nur das Weltklima mit dem
vielen CO2. Nein, eine riesige Fracht von Schadstoffen darf
Vattenfall in die unmittelbare Umwelt entlassen. Sie würde
niedergehen in bereits jetzt benachteiligten und gleichzeitig
relativ kinderreichen Stadtteilen. Trotz moderner Filtertech-
nik wären es jährlich mehrere hundert Tonnen Feinstaub und
weitere Gifte. Ein deutlicher Anstieg an Atemwegs- und Herz-
kreislauferkrankungen wären die Folge. Hauptbetroffene wären
Kinder und Alte, warnt der Verein Wilhelmsburger Ärzteschaft.

Und der Konzern, der rund ums Jahr die Kinder mit seinen Schadstoffen krankmachen will, ja will, denn ein Gaskraftwerk wäre weit weniger schädlich, aber teurer, der Konzern Vattenfall also, macht ein paar Tage im Jahr in Leseförderung. Dafür gabs den Pinocchio, den mit der langen Lügennase. -

Der Konzern, der bei seinen Lesetagen den Kultursponsor gibt,
spielt für die Kultur in der Lausitz eine ganz andere Rolle.
Ganze Landstriche werden dort von Vattenfall zerschreddert
und in riesige, dunkle Löcher verwandelt.
Braunkohletagebau nennt man das. - Tagebau, klingt irgendwie nett.
Aber hinter diesem Begriff verbirgt sich die Vernichtung von
historisch gewachsener Kulturlandschaft, die Vernichtung alter
Dörfer inklusive.
Sie lagen überwiegend im Kerngebiet der Sprachminderheit der
Sorben. Wir in SH - und als eine, die in SH geboren u. aufgewachsen ist, zähle ich mich dazu – also wir in SH mit vier Regional- und Minderheitensprachen
ahnen, was das heißt. Drei weitere sorbische Dörfer stehen auf
Vattenfalls Abschussliste; zu den jüngsten Opfern zählen die Dörfer
Horno und Lacoma. Beide, wie die andern auch, mehr als 500 Jahre
alt. Hornos alte Kirche wurde gesprengt, für Vattenfalls Kohle.
So einem Konzern kann man nur Tschüss sagen, und zwar auf
allen Ebenen. Wir können es auch ohne. Ohne Vattenfall als Sponsor für
Kultur oder sonst was und ohne Vattenfall als Energielieferant. Deswegen haben wir in diesem Jahr gesagt: Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen.
Die Zukunft ist erneuerbar, dezentral und ohne Klimakillerkultur. Und in diesem Sinne bitte ich Euch alle um ein kräftiges Tschüss Vattenfall - (Pause) - ein kräftiges Tschüss E.on (Pause) ein kräftiges Tschüss RWE (Pause) und ein kräftiges Tschüss EnBW.

Tschüs

Mittwoch, 20. April 2011

Verzögerung beim Kohlekraftwerk Moorburg schafft Zeitfenster für neue Lösungen


Der Verdacht hat sich inzwischen verhärtet. Der BUND geht mit folgender Pressemitteilung auf die neue Entwicklung ein, die auch die Moorburgtrasse zum Thema hat:


Fernwärmetrasse Moorburg: Planungsverfahren einstellen / Kohlebefeuerte
Fernwärme ist weder klima- noch sozialpolitisch zu rechtfertigen 

Die am Sonntag bekannt gewordene erhebliche Verzögerung beim Bau des
Kohlekraftwerkes Moorburg gefährdet nicht nur die ohnehin grenzständige
Wirtschaftlichkeit des Kraftwerkes, sondern bietet auch die Chance zu
einem grundlegenden Kurswechsel in der Hamburger Fernwärmeversorgung.
Vattenfall gibt mittlerweile selber zu, dass das Heizkraftwerk Wedel
deutlich länger laufen kann. Damit bestände ausreichend Zeit, die
Fernwärmeversorgung Moorburg deutlich klimafreundlicher und auch
sozialpolitisch zielführender auszurichten. 

„Moorburg mutiert weiter zur Investitionsruine - nun ist es an der
Zeit, zumindest die Weichen für eine gesicherte, klimafreundliche und
auch sozialpolitisch tragbare Fernwärmeversorgung in Hamburg zu stellen.
Die neuen Senatoren Horch, Blankau und Scheele sind im gleichen Maße
gefordert“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND
Hamburg. 

Mit einer kohlebefeuerten Fernwärmeversorgung wären die
Klimaschutzziele, die auch der neue Senat anerkennt, in Hamburg nicht zu
erreichen. Dies hat unlängst ein stadteigenes Gutachten zum Masterplan
Klimaschutz ergeben. Außerdem würde eine Fernwärmeversorgung durch das
umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg die zentralen Monopolstrukturen in
diesem Versorgungsbereich auf Jahrzehnte festschreiben. Die hohen
Investitionskosten von ca. 260 Mio. Euro allein für die neue Trasse
sowie mögliche CO2-Abgaben werden auf Mieter und Hausbesitzer umgelegt.
Hinter diesem Mechanismus steckt auch sozialpolitischer Sprengstoff:
Knapp 200.000 Personen in Hamburg beziehen Hartz IV einschließlich einer
Heizkostenpauschale. Diese Kosten trägt die Stadt, viele der Hartz
IV-Empfänger wohnen in Wohnungen mit Fernwärmeversorgung. „Spielt
Vattenfall seine Monopolstellung im Fernwärmebereich aus - und daran
gibt es für den BUND keinen Zweifel - schlägt dies auch direkt auf den
ohnehin schon angeschlagenen Haushalt der Stadt durch“, prognostiziert
Manfred Braasch. 

Aus Sicht des BUND Hamburg gibt es im Sinne einer nachhaltigen
Entwicklung daher nur eines: Das Planfeststellungsverfahren zur
Moorburgtrasse beenden und schleunigst einen Aktionsplan
Fernwärmeversorgung für die Hansestadt entwickeln. 
Quelle: BUND Hamburg

Donnerstag, 7. April 2011

Vattenfall Lesetage Auftakt-Veranstaltung auf Kampnagel (utopieTV-doku-video) 07.04.2011



utopieTV veröffentlicht heute dieses Video. Kurzbericht zur Veranstaltung:
"Pieter Wasmuth - Generalbevollmächtigter der Vattenfall Europe AG für die Metropolregion Hamburg, geht vor ca 450 Kindern in die Knie, der Autor und -Illustrator Jörg Hilbert gibt mit Feingefühl für "Koks" bemerkenswerterweise vor, jemand anderes zu sein, als er in Wirklichkeit ist: möchte er uns dazu anregen, unsere eigenen, detektivischen Spürnasen in die (noch einigermaßen saubere) Hamburger Luft zu stecken?
..."

Mittwoch, 6. April 2011

Eröffnung der Kulturaktion Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen

heute abend war es so weit, mit Harry Rowohlt startete das Programm. Die Raum war rappeldickevoll, die Leute begeistert. Der NDR berichtet hier darüber. Kleine Richtigstellung zu dem NDR-Beitrag: die Initiative Moorburgtrasse stoppen hat sicherlich mit ihren Protesten im letzten Jahr gegen die Vattenfall Lesetage die Initialzündung für die diesjährigen "Gegen-Veranstaltungen" gegeben, und wir sind auch dieses Jahr mit ordentlich WoMen-Power dabei - aber trotzdem und gerade ist "Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen" eine Co-Produktion von Menschen aus vielen Institutionen bzw. ganz persönlichem Antrieb.